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Technische Schutzmaßnahmen

Technische Schutzmaßnahmen sind selten kostenlos zu erhalten und so sind oft am Anfang Investitionen erforderlich, die sich auf einen längeren Zeitraum bezogen, allerdings rechnen sollten. Dabei handelt es sich – abgesehen von erforderlichen Wartungs- und Revisionskosten – um einen einmaligen Investitionsbetrag. Technische Schutzeinrichtungen haben den einmaligen Vorteil, dass sie in eingeschaltetem Zustand jederzeit ohne menschliches Zutun wirken können. Abgesehen vom Einschalten, sie also keiner weiteren Handlung bedürfen. Technische Schutzmaßnahmen sind daher sehr zuverlässig, sogar im Falle von Betriebsstörungen oder Notsituationen, solange sie für diese Betriebszustände ausgelegt worden sind und auch entsprechend betrieben werden.

Zu den technischen Schutzmaßnahmen zählen nicht nur Schutzeinrichtungen und typische Betriebseinrichtungen, sondern auch bauliche Maßnahmen, die nachträglich kaum kostengünstig durchführbar sind. Je nach dem Aufgabenspektrum, das in einer Betriebsstätte abzuwickeln ist, beispielsweise einer Fertigungs- oder Forschungsstätte, sind unterschiedliche Anforderungen an die bauliche Ausführung und die erforderlichen Einrichtungen zu erfüllen, damit aus der Investition ein wirtschaftlicher Nutzen während des Betriebes gezogen werden kann, ohne dass grundsätzliche, vorher überschaubare Nachbesserungen erforderlich werden, die nicht nur die Gesamtinvestitionssumme nachträglich erhöhen, sondern auch den betrieblichen Ablauf gravierend beeinträchtigen können.

Bereits in der Planungsphase für eine Betriebsstätte, in der mit Gefahrstoffen umgegangen werden soll, sind mindestens die folgenden baulichen Maßnahmen zu berücksichtigen:
  ●  die Gestaltung der Arbeitsplätze, die Größe der Arbeitsflächen, die auch für die Anzahl und Größe von später benötigten Apparaturen und
      Geräten sowie für die freie Zugänglichkeit zu Apparaturen und Geräten ausgelegt sein muss etc.,

  ●  die Breite und Lage der Flucht- und Rettungswege, die entsprechend des erwarteten Personenverkehrs, der eingesetzten Verfahren
      sowie der Menge der verwendeten Gefahrstoffe ausgelegt werden müssen,

  ●  Einplanung geeigneter Lagerflächen und Lagerräume, ggf. Stellflächen für Gefahrstoffschränke mit Anschlussmöglichkeit an das Abluftsystem,
  ●  Notfalleinrichtungen, wie ggf. Personenbrausen oder Augenduschen (wenn sie – wie beispielsweise in Laboratorien - gefordert werden),
      auf die verwendeten Gefahrstoffe abgestimmte, geeignete Brandlöscheinrichtungen etc.,

  ●  ausreichende Lüftungsmaßnahmen, zusätzlich zu der ausreichenden Kapazität an besonderen Absaugeinrichtungen, z.B. punktueller,
      örtlicher Art oder Großraumabzüge,

  ●  Ausstattung der Elektrische Anlagen und Betriebsmittel entsprechend den Anforderungen, die sich aus Menge und Art der Gefahrstoffe 
      ergeben.

Für weitere Details und Beispiele siehe auch Allgemeine technische und allgemeine organisatorische Schutzmaßnahmen.