Aktuelles

​Dokumentationspflicht und Aufbewahrungsfrist der Substitutionsbemühungen

Bevor eine Gefährdungsbeurteilung für eine Tätigkeit mit einem Gefahrstoff ausgearbeitet werden kann, muss

  • das Tätigkeitsverfahren festgelegt und
  • der verwendete Gefahrstoff ausgewählt

worden sein.

Bevor beides abschließend geschehen kann, muss das Substitutionsgebot beachtet werden und Möglichkeiten der Substitution hinsichtlich der Gefahreneigenschaften der Stoffe und hinsichtlich der Expositionsgefährdung durch das anzuwendende Tätigkeitsverfahren durchgeführt werden

(§ 6 Abs. 1 Nr. 4 GefStoffV 2010).

Die Überlegungen zu möglichen Substitutionen müssen dokumentiert werden. Das schließt auch Fehlanzeigen ein, es sei denn, die Unmöglichkeit einer Substitution ist so offensichtlich, wie beispielsweise beim Lösen von Kupfer, was nur mit Salpetersäure möglich ist und nicht mit weniger gefährlichen Säuren wie Salz- oder Schwefelsäure funktionieren kann.

Besonders bei kleineren Betrieben kann häufig das bei den Mustervorlagen zur Verfügung gestellte einseitige Formblatt verwendet werden, in dem die in den meisten Fällen relevanten Parameter auf einer Seite angesprochen werden.

Da die Diskussion von Substitutionsmöglichkeiten ein vorgeschriebener Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung ist, sollte diese Dokumentation zusammen mit der Gefährdungsbeurteilung mindestens fünf Jahre aufgehoben werden, so dass im Falle von Unfällen belegt werden kann, dass und wie die Frage möglicher Substitutionen der Stoffe und/oder Verfahren betrachtet und entschieden worden ist.