Aktuelles

Biomonitoring

In der Gefahrstoffverordnung 2005 wurde erstmalig das so genannte Biomonitoring ausdrücklich als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bezeichnet, soweit anerkannte Bestimmungsverfahren und biologische Grenzwerte zur Verfügung stehen. Es wurde auch in die Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung übernommen.

Unter Biomonitoring wird die Untersuchung von biologischem Material der Beschäftigten wie Blut oder Urin zur Bestimmung von Gefahrstoffen, deren Abbauprodukten oder anderen charakteristischen Werten verstanden. Dabei ist es das Ziel, die Belastung und Gesundheitsgefährdung von Beschäftigten zu erfassen, die erhaltenen Analysewerte mit Grenzwerten zu vergleichen und geeignete Präventionsmaßnahmen vorzuschlagen. Das Biomonitoring ergänzt die Gefahrstoffmessung in der Luft des Arbeitsplatzes. Die Probennahme erfolgt entsprechend der biologischen Halbwertzeit meist am Schichtende, da dann mit der größten Anreicherung des Gefahrstoffes im Körper zu rechnen ist. Die Kooperation des Beschäftigten ist beim Biomonitoring von großer Bedeutung, da die notwendigen Prozeduren körperlich unangenehm (z. B. beim Blutabnehmen) oder umständlich (z. B. beim zeitlich eng terminierten Toilettengang zur Uringewinnung) sein können.

Das Biomonitoring ermöglicht dem Betriebsarzt, auch geringe Erhöhungen des Gefahrstoffes im Körper zu erfassen, die beispielsweise bei Atemschutzträgern durch Hautresorption zustande gekommen sind. Die Effektivität von technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen lässt sich durch das Biomonitoring meist besser erfassen als die alleinige Luftmessung der Gefahrstoffe.

Nachteilig sind bei der Durchführung des Biomonitoring ein oft erheblicher organisatorischer Aufwand (enges Zeitfenster bei der Probengewinnung, zügiger Transport der Proben zur Auswertung in das entsprechende Speziallabor) und höhere Kosten für die Laboruntersuchungen.