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Beschaffung von Informationen

Er muss also nicht hilflos in verschiedenen Datenbanken im Internet herumsurfen, sondern kann sich gezielt bei seiner Berufsgenossenschaft, bei den zuständigen staatlichen Stellen, seiner Fachkraft für Arbeitssicherheit oder seinem Betriebsarzt kundig machen. Diese und auch der möglicherweise vorhandene Betriebsrat sollten bei der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz beteiligt werden, da sie wesentliche Erkenntnisse aus dem betrieblichen Alltag beisteuern können.

Pflichten des Inverkehrbringers

Der Inverkehrbringer hat die Verpflichtung, dem verwendenden Arbeitgeber alle notwendigen Informationen zu liefern. Gegebenenfalls muss er sich mit dem Hersteller der Stoffe um die Beantwortung der Fragen bemühen. Gelingt ihm das nicht, muss er die Stoffe selbst einstufen. Gelingt ihm auch das nicht, muss der verwendende Arbeitgeber die Stoffe selbst einstufen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen veranlassen. Neben den Beurteilungen, die aufgrund der REACH-Verordnung für die Verwender vom Inverkehrbringer erstellt werden müssen und als erstes hierfür in Frage kommen, gibt es auch Datenbanken im Internet wie zum Beispiel WINGIS (Bau-BG) der Berufsgenossenschaften oder IGS-Check oder die Gefahrstoff-Datenbank der Länder, in denen die erforderlichen Informationen gegebenenfalls abrufbereit stehen können. Auch Gespräche mit staatlichen Vollzugsbehörden können Erkenntnisse zu möglichen Gefährdungen liefern. Allerdings ist die Vielzahl der chemischen Gemische mittlerweile so groß, dass es nicht zu jedem Gemisch oder zu jedem chemischen Stoff hinreichend Informationen gibt.

Chemical Safety Report

In der REACH-Verordnung wurde dieser Ansatz übernommen. Im Rahmen der Registrierung der Chemikalien wird die Durchführung einer Risikobewertung und die Erstellung eines sog. „Chemical Safety Reports“ (CSR) durch den Inverkehrbringer gefordert. Dieser CSR ist zusammen mit dem SDB eine gute Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf eine konkrete praktische Verwendung der Stoffe im Betrieb darstellen.

Gegebenenfalls fordert REACH die Selbsteinstufung

Darüber hinaus wird in der REACH-Verordnung bestimmt, dass der Arbeitgeber Stoffe und Gemische die nicht vom Inverkehrbringer eingestuft und gekennzeichnet worden sind, gemäß der CLP-Verordnung selbst einstufen muss, zumindest aber die von den Stoffen oder Gemischen ausgehenden Gefährdungen für die Beschäftigten ermitteln muss. Die Gefahrstoffverordnung stellt klar, dass das auch innerbetrieblich hergestellte Stoffe und Gemische selbst eingestuft werden müssen.

Mögliche Wechselwirkungen müssen berücksichtigt werden!

Wenn ermittelte Informationen ergeben, dass eine Gesundheitsgefährdung und eine physikalisch-chemische Gefährdung gegeben ist, müssen beide Gefährdungen unabhängig voneinander beurteilt und die beiden Einzelbeurteilungen in einer Gesamtbeurteilung zusammengeführt werden, auf deren Grundlage dann die Schutzmaßnahmen festzulegen und zu ergreifen sind. Mögliche Wechsel- und Kombinationswirkungen und deren Einfluss auf die Gesundheit der Beschäftigten sind auch zu berücksichtigen, wenn bei einer Tätigkeit mehrere Gefahrstoffe gleichzeitig auftreten.