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Zusätzliche Schutzmaßnahmen

Im § 9 GefStoffV 2010 werden Zusätzliche Schutzmaßnahmen vorgestellt, die in Betracht gezogen werden müssen, wenn die allgemeinen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, insbesondere um oralen, inhalativen oder dermalen Gefährdungen entgegenzuwirken. Im Abs. 1 wird betont, dass von dem Paket der zusätzlichen Schutzmaßnahmen nur die zu beachten sind, die in der Gefährdungsbeurteilung als notwendig erachtet worden sind. Das bedeutet, die Schutzmaßnahmen des § 9, die für die in der Gefährdungsbeurteilung betrachtete Tätigkeit nicht relevant sind, müssen auch nicht beachtet oder eingehalten werden. Die Zusammenstellung der Schutzmaßnahmen im § 9 repräsentiert einen echten Katalog von Schutzmaßnahmen, aus dem bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung die erforderlichen Schutzmaßnahmen gezielt ausgewählt werden können.

Zu den zusätzlichen Schutzmaßnahmen gehören unter anderem:
  ●  Durchführung der Arbeiten in geschlossenen Systemen, wenn eine Substitution technisch nicht möglich ist,

  ●  Durchführen von Schutzmaßnahmen in einer bestimmten Reihenfolge, die der Wirksamkeit der Maßnahmen entspricht
        ➢  vorzugsweise technischen Maßnahmen,
        ➢  organisatorischen Maßnahmen, wenn technische Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind,
        ➢  persönlichen Schutzmaßnahmen, z. B. Ausgabe von persönlicher Schutzausrüstung, wenn organisatorische und technische
            Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind,

  ●  Zutritt zu gefährdeten Arbeitsbereichen nur denen zu gewähren, die diesen zur Ausübung ihrer Arbeit oder zur Durchführung bestimmter
      Aufgaben benötigen.

        ➢  wenn Arbeitsplatz- oder biologische Grenzwerte überschritten werden,
        ➢  wenn bei Tätigkeiten mit hautresorptiven oder haut- oder augenschädigenden Gefahrstoffen eine Gefährdung durch Haut- oder
            Augenkontakt besteht oder

        ➢  wenn bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ohne Arbeitsplatz- oder ohne biologischen Grenzwert auf Grund der ihnen zugeordneten
            Gefährlichkeitsmerkmale und der vorhandenen inhalativen Exposition eine Gefährdung angenommen werden kann.

Wenn persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt wird, sind die Beschäftigten verpflichtet, diese zu tragen.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind grundsätzlich immer dann in Betracht zu ziehen,

Wenn – abgesehen von den Fällen, dass noch besondere Schutzmaßnahmen der §§ 10 bis 12 in Betracht gezogen werden müssen – die zusätzlichen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten, dann bleibt nur die Möglichkeit die betreffende Tätigkeit nicht durchzuführen oder, wenn das sinnvollerweise durchführbar erscheint, eine Ausnahme nach § 19 GefStoffV 2010 zu beantragen.