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Ist ein Arbeitsschutzmanagementsystem notwendig?

Ausgangspunkt aller Überlegungen zu Arbeitsschutzmanagementsystemen ist, wie kann im betrieblichen Ablauf eine systematische Planung zum Arbeitsschutz integriert werden und das natürlich in allen Unternehmensteilen und Betriebszuständen. An welcher Stelle treten kritische Schnittstellen auf, wo kollidiert der Arbeitsschutz mit anderen Unternehmenszielen, welche Messbarkeitsparameter (Kennzahlen) lassen sich nutzen und wie sollte die Bewertung des Arbeitsschutzes erfolgen? Natürlich soll auch das Notfallmanagement in diese Organisation eingebunden werden.

Da die Prinzipien bei der Organisation von Managementsystemen sehr ähnlich sind, ist es sinnvoll bei der Einführung von Arbeitsschutzmanagementsystemen genauso vorzugehen wie bei der Einführung von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen. Diese drei Managementsäulen sollten miteinander verwoben werden, man spricht dann von so genannten integrierten Managementsystemen. Geschieht das nicht, müssen Dokumente (z. B. Betriebsanweisungen) zwei- bis dreifach geführt werden und damit wird die Arbeit umso mehr und der Änderungsdienst umso schwieriger.

Einige Managementsystemvorgaben haben den Vorteil sich einander zu ähneln. Bekannt ist die Synopse zwischen Qualitäts- und Umweltmanagement (DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 14001). Das erleichtert natürlich den Aufbau von integrierten Systemen. Gerade für Laboratorien ist das interessant, da meist hohe Qualitätsanforderungen gestellt werden und das Labor ohnehin ein Qualitätsmanagementsystem, entweder auf Basis der 9000er Reihe oder auf Basis der Akkreditierungsgrundlage für Prüf- und Kalibrierlaboratorien der DIN EN ISO/IEC 17025 benötigt. Letztere ist im strukturellen Aufbau an die 9000er und 14000er-Reihe angepasst worden, so dass auch hier eine Synopse leicht möglich ist. Für Arbeitsschutzmanagementsysteme gibt es ebenfalls solche Möglichkeiten der Querbezüge, die Welt ist in diesem Falle allerdings etwas komplizierter.

Es gibt leider nicht "das" Arbeitsschutzmanagementsystem. Man hat aus verschiedenen Gründen heraus darauf verzichtet eine einheitliche Norm zum Arbeitsschutzmanagement zu schaffen, obwohl diese sogar zur Verfügung stehen würde. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, zu denen die meisten selbstständigen Laboratorien gehören, hat man versucht, einfachere Wege zu finden und zur Verfügung zu stellen [1]. Daraus resultierte eine gewisse Vielzahl an Möglichkeiten, die für das einzelne Unternehmen offenstehen.


[1]       Die gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) hat eine Leitlinie Arbeitsschutzorganisation veröffentlicht. Diese beschreibt jedoch nicht, wie der Titel vermuten lässt ein Arbeitsschutzmanagementsysteme, sondern versucht eher, ein koordiniertes Vorgehen der Aufsichtsbehörden bei der betrieblichen Beratung/Überwachung sicherzustellen. Es wird auch die Beratung zur Einführung und Verbesserung von Arbeitsschutzmanagementsystemen und deren Bewertung angesprochen, was der Harmonisierung der behördlichen und berufsgenossenschaftlichen "Auditierungen" dient.