Aktuelles

Arbeitsschutzmanagementsysteme einzelner Bundesländer

Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) hat den bisherigen Leitfaden LV 21 "Spezifikation zur freiwilligen Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagementsystemen – AMS" zurückgezogen und im Juni 2013 durch die LV 58 mit dem Titel "Beratung der Länder zu und Umgang der Länder mit Arbeitsschutzmanagementsystemen" ersetzt. Anders als sein Vorgänger stellt der LV 58 nicht mehr die Anwendung des nationalen Leitfadens dar, sondern mehr die Rolle, die die Aufsichtsbehörden bei der Beratung und der Systemkontrolle von Arbeitsschutzmanagementsystemen spielen. Es werden die Vorteile von Managementsystemen herausgestellt und verschiedene AMS-Modelle gegenübergestellt.
Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen ist Herausgeber des Occupational Health- and Risk-Managementsystem (OHRIS) - Managementsysteme für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit. Es wurde von der Bayerischen Gewerbeaufsicht zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft entwickelt. OHRIS wurde mittlerweile auch von mehreren anderen Bundesländern (z. B. Sachsen, Saarland) übernommen.
Die OHRIS-Gesamtübersicht steht als Publikation oder als Download zur Verfügung. Die Gesamtübersicht beinhaltet folgende Teile:

  ●  Einführung 
  ●  Arbeitsschutzmanagementsystem-Konzept OHRIS
  ●  Handlungsanleitung für kleine und mittlere Unternehmen
  ●  Dokumentation und Handbuch-Beispiel für ein integriertes Managementsystem
  ●  Anleitung für das interne Audit
  ●  Anhang: Übersicht zum Vorschriften- und Regelwerk im Arbeitsschutz, Verknüpfungstabellen, Formblätter/Beispiele

Gliederungspunkte von OHRIS sind:
  ●  Verantwortung der Obersten Leitung
  ●  Organisation
  ●  Planung und Umsetzung
  ●  Prüfung und Bewertung
  ●  Verbesserung

Auch hier ist eine Ähnlichkeit zum BS OSHAS 18001 und zum Nationalen Leitfaden nicht zu übersehen. Für KMU bestehen in Bayern bei der Einführung Fördermöglichkeiten in Höhe von bis zu 5.000 Euro zur Verfügung. Über Fördermöglichkeiten in anderen Bundesländern ist den Autoren derzeit nichts bekannt, bei Einführung sollte aber sicherheitshalber nach Möglichkeiten der Unterstützung gefragt werden.

Auch das Land Hessen hat einen Leitfaden zum Arbeitsschutzmanagement – ASCA genannt – herausgegeben. Es basiert ebenfalls auf den oben angegebenen Nationalen Leitfaden und ehemals auf dem LV 21. ASCA gliedert sich in die Bereiche
  ●  Verantwortung der Obersten Leitung
  ●  Organisation
  ●  Einbindung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in betriebliche Prozesse und Verfahren
  ●  Messung, Bewertung und Verbesserung

Bei ASCA wird den teilnehmenden Unternehmen eine intensive Projektbegleitung durch die staatliche Arbeitsschutzbehörden angeboten. Eine Wissensplattform kann genutzt werden. Als Ergebnis der Durchführung kann z. B. auch ein Eintrag in eine Best Practice Liste folgen. Auch ist eine behördliche Systemkontrolle möglich.

Das Land Nordrhein-Westfalen betreibt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern. ein eigenes Portal unter der Bezeichnung SGU-Leitfaden®. Es berücksichtigt acht Kernelemente
  ●  Arbeitsschutzpolitik und -strategie,
  ●  Verantwortung, Aufgabe und Befugnisse,
  ●  Aufbau des AMS,
  ●  Interner und externer Informationsfluss,
  ●  Verpflichtungen,
  ●  Einbinden von Sicherheit und Gesundheitsschutz in betriebliche Prozesse,
  ●  Ergebnisermittlung, -bewertung und Verbesserung des AMS,
die in 22 Schritten abgearbeitet werden können.