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Gestaltung des Gefahrstoffverzeichnisses

Wie bereits erwähnt, sind Inhalt und Gestaltung des Gefahrstoffverzeichnisses nicht verbindlich festgelegt. Die vorhandenen Freiheitsgrade können entsprechend den betrieblichen Gegebenheiten verantwortungsbewusst genutzt werden.

Grundsätzlich sind mehrere Arten der Erstellung, des Aufbaus und des Inhalts eines Gefahrstoffverzeichnisses möglich:

- Gezielte Erstellung der Auflistungen vorhandener Gefahrstoffe

  • Diese Variante wird in Betrieben empfohlen, in denen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zur täglichen Routine zählen und daher umfangreichere Gefahrstoffbestände vorliegen.
  • Bei dieser Vorgehensweise ist auch zu berücksichtigen, dass Stoffe ggf. erst durch die Tätigkeit zu einem Gefahrstoff werden können und möglicherweise in das Verzeichnis aufgenommen werden müssen.
  • Diese Vorgehensweise wird empfohlen, wenn im Betrieb nur ein kleiner Stoffbestand vorliegt und Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nur mehr oder weniger ausnahmsweise vorkommen. Ergibt die Überprüfung der Stoffe, dass die Mehrzahl dieser Stoffe keine Gefahrstoffe sind, ist ebenfalls diese Variante zu bevorzugen.
  • In diesem Fall erleichtert die Angabe zum Verwendungszweck die Entscheidung, ob es sich bei der vorgesehenen Tätigkeit um einen Gefahrstoff handelt.

- Erstellung einer Auflistung aller Stoffe, mit denen im Betrieb umgegangen wird.

  • Diese Vorgehensweise wird empfohlen, wenn im Betrieb nur ein kleiner Stoffbestand vorliegt und Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nur mehr oder weniger ausnahmsweise vorkommen. Ergibt die Überprüfung der Stoffe, dass die Mehrzahl dieser Stoffe keine Gefahrstoffe sind, ist ebenfalls diese Variante zu bevorzugen.
  • In diesem Fall erleichtert die Angabe zum Verwendungszweck die Entscheidung, ob es sich bei der vorgesehenen Tätigkeit um einen Gefahrstoff handelt.

Der Verwendungszweck ist bei beiden Vorgehensweisen unter Umständen von entscheidender Bedeutung und sollte daher neben dem Namen, der Gefahrenbezeichnung, der Angabe der Menge des Stoffes und dem Arbeitsbereich sowie dem Verweis auf die Sicherheitsdatenblätter sowohl in Variante 1 als auch in Variante 2 im Verzeichnis aufgenommen werden.

Die bislang nach der ehemaligen TRGS 440 explizit erlaubte Variante, das Gefahrstoffverzeichnis in Form einer arbeitsbereichsbezogenen Sammlung der Sicherheitsdatenblätter zu führen, wenn diesen Angaben die Mengen- und die Arbeitsbereiche hinzugefügt werden, sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Diese Variante trifft nur in Ausnahmefällen für solche Betriebe zu, bei denen die Anzahl der Gefahrstoffe wirklich sehr überschaubar ist. In einem gesonderten Schritt müssen ggf. entstehende / freiwerdende Gefahrstoffe, für die zunächst kein Sicherheitsdatenblatt vorliegt, aufgenommen werden.

In Lagern und Verkaufsstellen, in denen immer wieder die gleichen, verpackten Gefahrstoffe in mehr oder weniger gleichen Mengen gehandhabt und deren Verpackungen bei Tätigkeiten nicht geöffnet werden, könnten auch Bestandslisten oder Einlagerungspläne mit Informationen, aus denen die gefährlichen Eigenschaften zu ersehen sind, wie z. B. Sammlungen von Betriebsanweisungen, Sicherheitsdatenblättern oder Unfallmerkblättern für den Transport, die Funktion des Verzeichnisses erfüllen. Auch diese Vorgehensweise sollte eher die Ausnahme sein und auf reine Lager- und Verkaufsbetriebe beschränkt bleiben.