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Maßnahmen zum Schutz vor Gefahrstoffen

Sofern sich aus der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen zur Verminderung der Gefährdung ergeben, ist vom Arbeitgeber schriftlich festzulegen
  ●  welche Schutzmaßnahmen,
  ●  in welcher zeitlichen Reihenfolge (Priorität),
  ●  bis zu welchem Zeitpunkt

zu erledigen sind.

Hierbei ist zu beachten, dass
  ●  Substitutionsüberlegungen immer vor der Auswahl von Schutzmaßnahmen in Betracht zu ziehen sind und
  ●  Technische Schutzmaßnahmen - z. B. geschlossene Systeme oder Absaugungen – immer vor
  ●  Organisatorischen Maßnahmen – z. B. zeitliche Beschränkung der Tätigkeit – immer vor
  ●  Personenbezogenen Maßnahmen – z. B. Tragen von Atemschutz –
zu ergreifen sind und diese Reihenfolge einzuhalten ist (STOP-Prinzip).

Bei allen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind neben den Grundpflichten (nach § 7 GefStoffV) und den Allgemeine Schutzmaßnahmen (nach § 8 GefStoffV) auch bestimmte Grundsätze einzuhalten, die in Technischen Regeln für Gefahrstoffe enthalten sind, beispielsweise in der TRGS 500. Diese betreffen z. B. die Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsorganisation, die Bereitstellung geeigneter Arbeitsmittel sowie die Arbeitsplatzhygiene. 

Die Maßnahmen zum Schutz vor Gefahrstoffen orientieren sich grundsätzlich an den dem Gefahrstoff zugeordneten Gefährlichkeitsmerkmalen, der verwendeten Stoffmenge, der nach Dauer und Höhe zu erwartenden Exposition sowie der Arbeitsbedingungen und werden in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und festgelegt. Wenn die Schutzmaßnahmen der Grundpflichten und der Allgemeinen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, Beschäftigte und Umwelt ausreichend zu schützen, so sind die Zusätzlichen Schutzmaßnahmen (nach § 9 GefStoffV) und ggf. die Besonderen Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen, die auf drei weitere Paragraphen der Gefahrstoffverordnung verteilt sind:
  ●  Besondere Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit krebserzeugenden, keimzellmutagenen und reproduktionstoxischen Stoffen (§ 10 GefStoffV);
  ●  Besondere Schutzmaßnahmen gegen physikalisch-chemische Einwirkungen (§ 11 GefStoffV);
  ●  Spezielle Anforderungen an Tätigkeiten mit explosionsgefährlichen Stoffen und organischen Peroxiden (Anhang III GefStoffV).

Das Schutzmaßnahmenkonzept ist nach wie vor ein additives Konzept: Die Schutzmaßnahmen des § 8 sind immer alle bei allen Tätigkeiten einzuhalten, auch bei Tätigkeiten mit geringer Gefährdung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, sind aus der Zusammenstellung der zusätzlichen Schutzmaßnahmen die erforderlichen auszuwählen und umzusetzen. Handelt es sich um Tätigkeiten mit CMR-Stoffen oder brand- und explosionsgefährlichen Stoffen, so sind die in den entsprechenden Paragraphen genannten Schutzmaßnahmen jeweils alle zusätzlich einzuhalten. Das sog. TOP-Prinzip (Technisch vor Organisatorisch vor Persönlich) beschreibt die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen.