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Beurteilungsmaßstab

Für die meisten kanzerogenen Stoffe gibt es keine Arbeitsplatzgrenzwerte und nach Wegfall der TRK-Werte keinen nur halbwegs genormten Bewertungsmaßstab. Um das Risiko des Eintritts eines Gesundheitsschadens durch die Exposition gegenüber CMR-Stoffen abzuschätzen, wurden stoffübergreifende Risikogrenzen festgelegt und begründet, die als Beurteilungsmaßstäbe bezeichnet werden.

Nach intensiven toxikologischen, epidemiologischen und gesellschaftspolitischen Diskussionen wurde die Arbeitsplatzexposition durch Festlegung von zwei stoffunabhängigen Risikogrenzen, das Akzeptanzrisiko und das Toleranzrisiko, in drei Risikobereiche unterteilt:
   ●  Bereich des niedrigen Risikos (Bereich unterhalb des Akzeptanzrisikos bzw. unterhalb der Akzeptanzkonzentration), in dem ein
        Schadenseintritt als "akzeptabel" eingestuft wird;
   ●  Bereich des mittleren Risikos, in dem ein Schadenseintritt als "nicht erwünscht" bewertet, aber noch als tolerabel eingestuft wird;
   ●  Bereich des hohen Risikos (oberhalb des Toleranzrisikos bzw. oberhalb der Toleranzkonzentration), in dem ein Schadenseintritt als
        "nicht tolerabel" eingestuft wird.

Basierend auf den Risikogrenzen werden für kanzerogene Stoffe stoffspezifische Konzentrationswerte abgeleitet, die vom Arbeitgeber als Beurteilungsmaßstäbe für die Gefährdungsbeurteilung und für die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition gegenüber kanzerogenen Stoffen wie Grenzwerte zu beachten sind.