Aktuelles

Grenzwerte

In der Gefahrstoffverordnung 2005 gab es zunächst nur noch zwei Arten von Grenzwerten: Gesundheitsbasierte Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) und Biologische Grenzwerte (BGW).

Neben diesen beiden Grenzwerten gibt es weitere, die in REACH explizit genannt sind und im Rahmen der Registrierungsprozesses von Gefahrstoffen und Tätigkeiten von den Anmeldern gemeldet werden:

   ●  DNEL:  Derived No Effect Level, abgeleiteter Grenzwert für Stoffe (ausgenommen CMR-Stoffe), bis zu dem keine gesundheitliche Wirkung
                    zu erwarten ist.

   ●  DMEL: Derived Minimum Effect Level, abgeleiteter Grenzwert für CMR-Stoffe, bis zu dem keine gesundheitliche Wirkung zu erwarten ist.

   ●  PNEC: Predicted No Effect Concentration, vorhergesagte Konzentration, bis zu der keine gesundheitliche Wirkung zu erwarten ist.

Diese Grenzwerte, die individuell von den Anmeldern ermittelt und nach individuellen Vorgaben festgelegt werden, sagen aus, bis zu welchen Grenzen keine gesundheitlichen Auswirkungen zu befürchten sind. Die erwartete Streuung der Werte von einem Hersteller zum anderen ist eingetreten; die ECHA ist bemüht, die Unterschiede auszugleichen.

Die deutsche Lesart zur Frage der Anwendung dieser Grenzwerte nach REACH ist: Wenn AGW oder BGW vorliegen sind diese (und nur diese) zu beachten. Liegen keine AGW oder BGW vor, so sind vorliegende DNEL, DMEL oder PNEC bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen in Betracht zu ziehen.

In der Revision der Gefahrstoffverordnung 2010 im Jahre 2015 wurden mit Beurteilungsmaßstäben für CMR-Stoffe Akzeptanz- und Toleranzkonzentrationen eingeführt, die wie Grenzwerte zu beachten sind. In letzter Zeit sind neue Begriffe eingeführt worden, die mit bisher verwendeten Begriffen leicht verwechselt werden können (z. B. Beurteilungsmaßstab, Allgemeiner Staubgrenzwert, etc.). Unter „Grenzwerte Beurteilungsmaßstäbe und Co.“ haben wir die verschiedenen Begriffe erläutert sowie die Quellen und rechtliche Bedeutung der unterschiedlichen Begriffe beschriebe.