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​ Keimzellmutagenität

 Eine der 29 Gefahrenklassen der CLP-Verordnung.

Diese Gefahrenklasse entspricht weitgehend dem früheren Gefährlichkeitsmerkmal erbgutverändernd. Für sie gelten in der Gefahrstoffverordnung (§ 11 GefStoffV) besondere Vorschriften und nach dem Mutterschutz- und Jugendarbeitsschutzgesetz besondere Beschäftigungsbeschränkungen. In dieser Klasse gibt es zwei Kategorien:

       
         Gefahr

In Kategorie 1 fallen die Stoffe und Gemische, von denen bekannt oder wenigstens davon auszugehen ist, dass sie vererbbare Mutationen in den menschlichen Keimzellen verursachen. Der Kategorie 1 ist in die Kategorien 1A und 1B unterteilt: Bei 1A erfolgt die Einstufung aufgrund positiver Befunde aus epidemiologischen Studien am Menschen, während bei Kategorie 1B positive Befunde bei Säugetieren zugrunde liegen. In Kategorie 1B fallen auch die Stoffe und Gemische, die zwar erbgutverändernde Effekte auf humane Keimzellen zeigen, aber der Nachweis auf deren Weitergabe an die Nachkommen fehlt. Stoffe der Kategorie 1 werden mit dem Piktogramm "Gesundheitsgefahr" (GHS08), dem Signalwort Gefahr und dem Gefahrenhinweis H340 ("Kann genetische Defekte verursachen {Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht}.") gekennzeichnet. Für beide Subkategorien ist der P405 ("Unter Verschluss aufbewahren.") vorgeschrieben.

       
       Achtung

Zu Kategorie 2 gehören die Stoffe und Gemische, die für Menschen bedenklich sind, weil sie möglicherweise vererbbare Mutationen in menschlichen Keimzellen auslösen können. Der Kategorie 2 wird neben dem Piktogramm "Gesundheitsgefahr" (GHS08), dem Signalwort Achtung und dem Gefahrenhinweis H341 ("Kann vermutlich genetische Defekte verursachen {Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht}.") gekennzeichnet. Auch für diese Kategorie ist der P405 ("Unter Verschluss aufbewahren.") vorgeschrieben.