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Regeln für Arbeitsmedizin (AMR)

Die Regeln für Arbeitsmedizin konkretisieren und geben Umsetzungshinweise zur Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV). Sie sind in ihrer Bedeutung und Wirkung Technischen Regeln gleichgestellt. In einem chemischen Laboratorium haben sie fast eine höhere Bedeutung wie die Technischen Regeln für Gefahrstoffe, da die Laborrichtlinien im Gegensatz zur Gefahrstoffverordnung vernünftigerweise keinerlei Erleichterung oder Abweichung bei der Gesundheitsvorsorge – also von der ArbMedVV – vorsieht.

Die Bezeichnung AMR leitet sich aus der ehemals gewählten Formulierung „Arbeitsmedizinische Regel" ab. Sie werden von dem im Jahre 2009 gegründeten Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed) beraten und beschlossen und vom BMAS im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) veröffentlicht. Die AMR erstrecken sich auf
   ● den Stand der Arbeitsmedizin entsprechende Regeln und sonstige gesicherte arbeitsmedizinische Erkenntnisse,
   ● Regeln und Erkenntnisse, wie die in der ArbMedVV gestellten Anforderungen erfüllt werden können,
   ● Empfehlungen für Wunschuntersuchungen,
   ● Empfehlungen für weitere Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, insbesondere für betriebliche Gesundheitsprogramme,
   ● Regeln und Erkenntnisse zu sonstigen arbeitsmedizinischen Präventionsmaßnahmen nach § 1 Abs. 3 ArbMedVV, insbesondere zur
       allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung der Beschäftigten und
   ● die Erfüllung der allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzgesetzes bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen.

Der Arbeitgeber kann bei korrekter Anwendung einer AMR davon ausgehen, dass die Bestimmungen der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung in diesen Punkten eingehalten werden, das heißt, die AMR sind wie alle anderen Technischen Regeln durch die Vermutungswirkung charakterisiert.