Aktuelles

Nationaler Asbestdiaog

Gemeinsam gegen Asbest
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) strebt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem Nationalen Asbestdialog eine aktive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Asbest in Gebäuden an, die vor 1995 errichtet wurden. Anlass für den Dialog ist die Erkenntnis, dass die Gefahr von Asbestbelastungen durch bestimmte Bauprodukte, in denen Asbest fest im Produkt eingebunden vorliegt, z.B. Spachtel-/Dichtungsmassen, Anstrichstoffe und Kleber, in der Praxis noch nicht ausreichend wahrgenommen wird. Für den Auftakt wurde eine Vielzahl an Dialogpartnern aufgerufen, mit Hilfe eines Fragebogens ihre Erfahrungen, Beiträge und Anregungen für einen praxisgerechten Umgang mit Asbest beim Bauen im Bestand einzubringen.

Die Dialogpartner
Zu den Dialogpartnern zählen Verbände aller Baubeteiligten, Arbeitnehmervertreter, zuständige Landesbehörden, Unfallversicherungsträger sowie Bauherren-, Mieter- und Umweltverbände. Auch der VDSI gehört dazu. „Als Fachverband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit sehen wir es als unsere Aufgabe, uns aktiv am Nationalen Asbestdialog zu beteiligen. Unsere Mitglieder, insbesondere in den Fachbereichen ‚Bau‘ und ‚Gefahrstoffe‘, verfügen über eine breite und fundierte praxisbezogene Erfahrung und Expertise auf diesem Gebiet, die wir gerne in den Dialog miteinfließen lassen wollen“, so die Aussage von Isfrid Brandt und Michael Kloth, im Jahre 2017 Vorstände für die Ressorts Umweltschutz und Sicherheit, die im VDSI für das Thema verantwortlich sind. Der Fachbereich Gefahrstoffe hat zu diesem Zweck die Arbeitsgruppe Asbest gebildet.

Zielsetzung
Ziel des Asbestdialogs ist die Entwicklung von konkreten Maßnahmenvorschlägen zur Information und Sensibilisierung sowie die Definition notwendiger rechtlicher Rahmenbedingungen, um die Beschäftigten in allen betroffenen Bereichen des Bau-, Abfall-, Umwelt- und Arbeitsschutzrechts vor den neu erkannten Asbestbelastungen zu schützen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft der Bergischen Universität Wuppertal.

Ergebnisse
Alle Dokumentationen zum Asbestdialog erfolgen gemeinsam von BMAS und UMBA:
  ● Die Ergebnisse der Eingangsbefragung wurden im Rahmen der offiziellen Auftaktveranstaltung zum Nationalen Asbestdialog am
      08. Mai 2017 in Berlin vorgestellt und in der Dokumentation der 1. Dialogveranstaltung veröffentlicht.
  ● Im Jahre 2017 fanden am 22. Juni (Dokumentation der 2. Dialogveranstaltung) und am 13. Juli zwei weitere Dialogforen in Berlin statt.
  ● Die Ergebnisse der ersten drei Dialogveranstaltungen sind in einer Zusammenfassende Dokumentation der 1., 2. und 3. Dialogveranstaltung
      zusammengestellt.
  ● Am 26.09.2019 hat ein viertes Dialogforum stattgefunden, zu dem wir zunächst einen Kurzbericht zur Verfügung stellten. Inzwischen ist auch
      die offizielle Dokumentation der 4. Dialogveranstaltung zugänglich.

      In der Dokumentation der 4. Dialogveranstaltung ist auch die Veröffentlichung der Vorbereitungsfragen und deren Auswertung enthalten.
      Außerdem wird in der Dokumentation die 1. Auflage der "Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten an und in älteren
      Gebäuden" (Herausgeber BAuA, UMBA und BBSR) für alle Interessenten freigegeben. Dieser Leitfaden soll allen, die Baumaßnahmen an älteren
      Gebäuden beauftragen, planen und durchführen, bei denen möglicherweise mit dem Fund von asbesthaltigen Materialien zu rechnen ist,
      eine Hilfestellung für die Erkundung geben. Besonders private Bauherren, aber auch kleinere Unternehmen finden hier wichtige Hinweise
      zu Fundstellen und eine Entscheidungshilfe für Tätigkeiten mit solchen Produkten.

Bis Ende 2020 sollten die neuen Asbest-Regelungen in Kraft treten. Dazu war für den 26.03.2020 die 5. Dialogveranstaltung in Berlin geplant, die aber aufgrund der Corona-Pandemie zunächst abgesagt werden musste.