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Begriffsglossar: Reproduktionstoxizität

 Eine der 29 Gefahrenklassen der CLP-Verordnung.

Ein Stoff wird als reproduktionstoxisch bezeichnet, wenn er Sexualfunktion und Fruchtbarkeit beeinträchtigt oder Entwicklungsschäden bei den Nachkommen hervorruft. Zu den reproduktionstoxischen Stoffen zählen sowohl die fortpflanzungsgefährdenden als auch die fruchtschädigenden Stoffe, wobei die Regelung der letzteren bislang nicht Bestandteil der Gefahrstoffverordnung war. Die Einteilung erfolgt ähnlich jener der Karzinogenität:

         
         Gefahr

Die Kategorie 1 ist in zwei Subkategorien (1A und 1B) unterteilt. In Kategorie 1A sind solche Stoffe und Gemische zusammengefasst, deren Reproduktionstoxizität weitgehend auf einem Nachweis aufgrund menschlicher Daten basiert, während in Kategorie 1B jene Stoffe und Gemische zusammengestellt sind, deren Daten vorwiegend aus Tierstudien stammen. Die Kategorie 1 wird mit dem Piktogramm "Gesundheitsgefahr" (GHS08), dem Signalwort Gefahr und dem Gefahrenhinweis H360 ("Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen {sofern bekannt, konkrete Wirkung angeben, sofern angeben} {Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht}.") gekennzeichnet*). Für beide Subkategorien ist der P405 ("Unter Verschluss aufbewahren.") vorgeschrieben.

         
        Achtung

In Kategorie 2 fallen Stoffe und Gemische, bei denen vermutet wird, dass sie die menschliche Fortpflanzung gefährden. Sie werden mit dem Piktogramm "Gesundheitsgefahr" (GHS08), dem Signalwort Achtung und dem Gefahrenhinweis H361 ("Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen {konkrete Wirkung angeben, sofern bekannt} {Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht}.") gekennzeichnet*). Auch für diese Kategorie ist der P405 ("Unter Verschluss aufbewahren.") vorgeschrieben.

Kein Piktogramm Kein Signalwort

Als Zusatzkategorie gibt es eine weitere Gefahrenkategorie für die Wirkungen auf oder über die Laktation (Stillen), für die kein Gefahrenpiktogramm und kein Signalwort erforderlich ist. Lediglich ein harmonisierter Gefahrenhinweis H362 ("Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.") steht zur Kennzeichnung zur Verfügung.









*)  Bei den Kategorien 1A und 1B sind - wenn es die sichere Datenlage zulässt – neben den genannten Gefahrenhinweisen eine Reihe von weiteren detaillierteren Aussagen in einzelnen zugelassenen kombinierten Gefahrenhinweisen möglich. Die neuformulierten harmonisierten Texte müssen dabei beachtet werden.