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Dokumentationspflicht und Aufbewahrungsfrist der Gefährdungsbeurteilung

Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ist bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen das oberste Gebot (§ 7 Abs. 1 GefStoffV 2010). Dass diese Ausarbeitung nachprüfbar dokumentiert werden muss, liegt auf der Hand und dient dem Arbeitgeber als Nachweis seiner Bemühungen um das Wohl der Beschäftigten.

Wenn das bei einer Tätigkeit anzuwendende Verfahren und die dabei eingesetzten Stoffe ausgearbeitet, bewertet und damit festgelegt worden sind, kann die Gefährdungsbeurteilung erstellt bzw. fertig gestellt werden. Hierin wird einerseits das Zusammenspiel von Verfahrens- und Stoffeigenschaften bewertet und andererseits die erforderlichen und geeigneten, tätigkeits- und gefahrstoffbezogenen Schutzmaßnahmen festgelegt.

Wenn in der Gefährdungsbeurteilung eine gezielte Beschränkung auf die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen möglich, ist unsere vierseitige Vorlage bei den herunterladbaren Musterformularen ausreichend und kann direkt angewendet werden; in anderen Fällen können die darin angeführten Punkte als Anregung zur Überprüfung und Bewertung des eigenen Arbeitsumfelds verwendet werden.

Je nach Art der Tätigkeit und je nach betrieblichen Gegebenheiten kann es natürlich auch erforderlich sein, in der Gefährdungsbeurteilung Anforderungen aus anderen Schutzverordnungen zu beachten und zu bewerten. Das vorgelegte Musterformular darf daher nicht den Eindruck erwecken, für alle Fälle eine ausreichende Basis für eine fachgerechte Gefährdungsbeurteilung zu sein.

Für Gefährdungsbeurteilungen sind (noch) keine zeitlich festgelegten Aufbewahrungsfristen vorgeschrieben. Wir empfehlen aber, sie mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren, so dass einerseits im Falle von Unfällen bewiesen werden kann, welche Arbeitsbedingungen und welche Schutzmaßnahmen über die Jahre bestanden haben und andererseits belegt werden kann, dass die Gefährdungsbeurteilung über die Jahre hinweg immer wieder an betriebliche Änderungen angepasst wurde.