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Ziele der arbeitsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen

Die arbeitsmedizinische Vorsorge
  ●  dient der Beurteilung der individuellen Wechselwirkungen von Arbeit und physischer und psychischer Gesundheit und der Früherkennung
      arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen sowie der Feststellung, ob bei Ausübung einer bestimmten Tätigkeit eine erhöhte gesundheitliche
      Gefährdung besteht;
  ●  beinhaltet ein ärztliches Beratungsgespräch mit Anamnese einschließlich Arbeitsanamnese sowie körperliche oder klinische Untersuchungen,
      soweit diese für die individuelle Aufklärung und Beratung erforderlich sind und der Beschäftigte diese Untersuchungen nicht ablehnt;
  ●  umfasst die Nutzung von Erkenntnissen aus der Vorsorge für die Gefährdungsbeurteilung und für sonstige Maßnahmen des Arbeitsschutzes. 

Die arbeitsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen werden in erster Linie durchgeführt, um drei Schutzziele zu erreichen. Es handelt sich dabei um
  ●  den Schutz von Leben und Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz,
  ●  den Schutz von weiteren Personen wie Arbeitskollegen oder Firmenkunden und um

  ●  den Schutz von Sachgütern.  

Die Vorsorge dient daher sowohl dem Schutz des einzelnen Beschäftigten (Individualprävention) als auch der Verbesserung des Gesundheitsschutzes aller Beschäftigten (Allgemeinprävention). Wichtigste Bestandteile der Vorsorge sind die Anamnese und das Beratungsgespräch. Hinzu können auch körperliche oder klinische Untersuchungen kommen, wenn dies für die individuelle Aufklärung und Beratung erforderlich ist und der Beschäftigte der jeweiligen Untersuchung zustimmt.

Mögliche Gesundheitsschäden lassen sich auf diese Weise von vornherein verhindern (Primärprävention) oder frühzeitig erkennen (Sekundärprävention), damit z. B. durch Verbesserungen am Arbeitsplatz bzw. durch eine rechtzeitige medizinische Behandlung einer Verschlimmerung vorgebeugt werden kann.

Durch die auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse über arbeitsbedingte Erkrankungen soll schließlich der betriebliche Gesundheitsschutz verbessert und später auch die Wirksamkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen überprüft werden. Weiterhin erleichtern arbeitsmedizinische Vorsorgemaßnahmen im Falle eines Berufskrankheitenverfahrens die Beweissicherung.

Im § 14 Abs. 3 Nr. 4 GefStoffV 2010 wurde diesem Umstand dahin gehend Rechnung getragen, dass, wenn sich bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen der Kategorie 1 oder 2 eine Gefährdung der Beschäftigten ergibt, diese Daten nicht nur in einem Verzeichnis zusammengestellt werden, sondern dieses Verzeichnis auch mit allen Aktualisierungen 40 Jahre lang nach der letzten Exposition aufbewahrt werden muss: Der Arbeitgeber hat bei Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen den Beschäftigen einen Auszug über die sie betreffenden Angaben des Verzeichnisses auszuhändigen und einen Nachweis hierüber wie Personalunterlagen selber aufzubewahren! Die Aufbewahrungs- und Aushändigungspflicht kann mit Zustimmung des Beschäftigten auf den zuständigen Unfallversicherungsträger übertragen werden.