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Atemwegserkrankungen

Eine Reihe von Gefahrstoffexpositionen bzw. von gefährdenden Tätigkeiten können zu Krankheiten der Atemorgane führen. Dazu gehören vor allem Staubkontakte (z. B. A-Staub, E-Staub, Asbest, Mehlstaub, silikogener Staub, Getreide- und Futtermittelstaub, Labortierstaub usw.) oder Kontakte mit Gasen, Dämpfen oder Nebeln (z. B. Dämpfe oder Nebel von Lösemitteln wie Styrol, Toluol oder Xylol sowie gasförmige Pyrolseprodukte oder Isocyanate). Viele dieser Stoffe können in Laboratorien auftreten. Einige dieser Stäube können Lungengerüsterkrankungen hervorrufen (Asbest oder silikogener Staub). Die meisten Stäube, Nebel usw. sind in der Lage, Asthma- bzw. Atemwegserkrankungen zu verursachen.

Die Atemwegserkrankungen sind häufige arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen. Sie können allergische oder irritative bzw. toxische Ursachen haben. Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 2177 Fälle von allergischen (BK 4301) und 1443 Fälle von toxischen (BK 4302) Atemwegserkrankungen als Berufskrankheiten angezeigt.

Früher in der Gefahrstoffverordnung und heute in der Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung wird ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Früherkennung von Atemwegserkrankungen durch Vorsorgemaßnahmen (insbesondere auch nach G 1.4 und G 23) hingewiesen. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Zahl von Personen mit einem überempfindlichen Atemwegssystem – meist in Verbindung mit einer Neurodermitis – in vielen europäischen Ländern in den letzten Jahren zugenommen hat. Zurzeit wird geschätzt, dass etwa 15% der Allgemeinbevölkerung davon betroffen sind. Auf dem Boden einer derartigen Überempfindlichkeit der Atemwege kann sich bei einer zusätzlichen Einwirkung von die Atemwege reizenden oder inhalativ allergisch wirkenden Stoffen häufig mit hoher Wahrscheinlichkeit eine manifeste Atemwegserkrankung entwickeln, die oft kontinuierlich medizinisch behandelt werden muss und zur Aufgabe des bisherigen Berufs führen kann.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko von Atemwegserkrankungen zu minimieren. Es liegt auf der Hand, dass die von uns vorgestellten allgemeinen Präventionsmöglichkeiten gegebenenfalls noch weiter auf die Arbeitssituation angepasst werden müssen.