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Zusammenlagerung von Gefahrstoffen

Die Zusammenlagerung von Produkten einer oder verschiedener Lagerklassen ist nur dann erlaubt, wenn das aufgrund der physikalischen oder chemischen Eigenschaften möglich ist. Diese Voraussetzungen werden in der TRGS 510 beschrieben, der die beigefügte Abbildung entnommen ist; die in der Abbildung angeführten Nummern sowie weitere Einschränkungen in den Erläuterungen in der TRGS zu finden.  und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. das gleiche Löschmittel für alle Produkte erforderlich ist oder geeignete Löschsysteme möglich oder gleiche Temperaturbedingungen einzuhalten sind). Abhängig von der Lagermenge können möglicherweise weitere Maßnahmen, z. B. baulicher Art oder die Notwendigkeit der Durchführung eines förmlichen Genehmigungsverfahrens nach Anhang Nr. 9 der 4. BImSchV erforderlich werden. Gegebenenfalls müssen zusätzlich auch die Auflagen der Störfallverordnung (12. BImSchV) beachtet werden.  

Wenn eine Zusammenlagerung nicht gestattet ist, gibt es grundsätzlich zwei Arten der Trennung: Die Separatlagerung und die Getrenntlagerung: 
  ●  Unter Separatlagerung wird die Aufbewahrung in verschiedenen, getrennten Lagerabschnitten verstanden.
      Ein Lagerabschnitt ist dabei der Teil eines Lagers, der in Gebäuden von anderen Räumen durch Wände und Decken oder
      im Freien durch entsprechende Abstände oder nicht brennbare Wände abgetrennt ist. Das Aufbewahren separat zu lagernder
      Produkte in geeigneten Sicherheitsschränken im gleichen Raum erfüllt formal auch die Anforderung einer Separatlagerung.
  ●  Unter Getrenntlagerung wird die Aufbewahrung in demselben Lagerabschnitt verstanden, wenn Produkte durch Abstände oder
      Barrieren (z. B. Wände, Produkte aus nichtbrennbaren Stoffen) voneinander getrennt oder in Schränken aus nicht brennbarem
      Material gelagert werden. 

Diese Zusammenlagerungsverbote sind im Allgemeinen bei Lagermengen unter 1 t für viele Gefahrstoffe, Gemenge oder Erzeugnisse nicht einzuhalten. Ausgenommen hiervon sind aber ansteckungsgefährliche, radioaktive, explosive, entzündend wirkende und selbstentzündliche Stoffe sowie verdichtete, verflüssigte und unter Druck gelöste Gase, für die in allen Anwendungsfällen die jeweiligen Mengengrenzen eingehalten werden müssen bzw. ein absolutes Zusammenlagerungsverbot beachtet werden muss (beispielsweise ansteckungsgefährliche und radioaktive Stoffe).  

In Laboratorien oder Werkstätten oder ähnlichen kleineren Betrieben, beispielsweise Apotheken, muss das Zusammenlagerungsverbot dann nicht explizit beachtet werden, wenn die in den Ausnahmeregelungen für Kleinmengen und Kleinlager genannten Mengen nicht überschritten werden, was normalerweise der Fall ist. In vielen Fällen haben sich zur Aufbewahrung und Lagerung Sicherheitsschränke (oft auch Gefahrstoffschränke genannt) bewährt, wobei in den meisten Fällen keine getrennte Lagerung in separaten Schränken erforderlich ist, um eine Zusammenlagerung zu vermeiden. Es sollte aber auf eine räumliche Trennung innerhalb des Schrankes geachtet werden, soweit das möglich ist. Sind die einzulagernden Mengen so groß, dass ein Gefahrstoffschrank allein nicht ausreicht alle Gefahrstoffe aufzunehmen, können häufig bei der Aufteilung auf die Schränke die jeweiligen Zusammenlagerungsverbote ohne zusätzlichen Aufwand beachtet werden.