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REACH: Nachgeschalteter Anwender

Die Verpflichtungen des Titel IV der REACH-Verordnung „Informationen in der Lieferkette“ traten am 01.06.2007 in Kraft. Über die allgemeinen, für jeden Abnehmer geltenden Regelungen hinaus sind für Hersteller von Erzeugnissen, die Anteile von Stoffen oder Gemischen enthalten oder enthalten können, noch die folgenden Regelungen zusätzlich zu beachten:
-   Anforderungen an die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern für Gemische und Erzeugnissen
-   Informationspflicht über Stoffe, die in Erzeugnissen enthalten sind, die im eigenen Unternehmen hergestellt worden sind.

Diese Regelungen sind Teil der Pflichten von Nachgeschalteten Anwendern. So erhalten Nachgeschaltete Anwender von ihren Lieferanten SDB nach REACH für die Stoffe und Gemische, die sie dort einkaufen. Neue SDB für Erzeugnisse, die sie als Nachgeschalteter Anwender hergestellt haben, müssen sie nach REACH hingegen selber erstellen. Auch bei der Überarbeitung von vorhandenen SDB muss sich nach der REACH-Verordnung gerichtet werden.

Die Auswirkungen durch REACH sind für Nachgeschaltete Anwender nicht zu unterschätzen, denn häufig werden sehr viele Produkte in Verkehr gebracht und entsprechend viele SDB müssen erstellt oder geändert werden. Zusätzlich stellt die Informationspflicht nach Artikel 34 gegenüber Lieferanten viele Nachgeschaltete Anwender vor große Herausforderungen. Die größten Auswirkungen für den Nachgeschalteten Anwender werden jedoch die neuen „vorgesehenen Verwendungen“ im Anhang eines SDB haben.

Beim Stoffbezug muss ein Nachgeschalteter Anwender darauf achten, dass die benötigten Stoffe auch für die vorgesehene Verwendung verfügbar sind. Hier bietet sich ein breites Spektrum der Möglichkeiten, vom Dialog mit dem Lieferanten bis hin zur eigenen Registrierung des Stoffes als Importeur.

Es gibt eine Fülle von möglichen Komplikationen, wenn als Nachgeschalteter Anwender ein Erzeugnis hergestellt werden soll.
-   Sind alle Ausgangsstoffe bereits registriert?
-   Ist der geplante Umgang Teil der Registrierung bei den Ausgangsstoffen?
-   Hat der Hersteller der Ausgangsstoffe seinen Sitz in der EU oder im außer-europäischen Ausland?

Der Einfachheit halber haben wir den Fall beschrieben, dass ein Nachgeschalteter Anwender einen registrierten Stoff von einem Stoffhersteller als Lieferanten mit Sitz in der EU bezieht und stellen unsere Überlegungen unter Herstellung von Erzeugnissen zur Verfügung.