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REACH: Informationspflichten

Pflicht zur Weitergabe von Informationen über Stoffe in Erzeugnissen
Diese Informationspflicht besteht für Lieferanten, wenn das Erzeugnis einen Stoff enthält, der die Kriterien des Artikels 57 erfüllt und nach Artikel 59 Abs. 1 für die Aufnahme in den Anhang XIV – Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe – ermittelt worden ist. Unter den Artikel 57 REACH fallen Stoffe, die im Wesentlichen als CMR-Stoffe eingestuft worden sind, also Stoffe, denen das Gefährlichkeitsmerkmal krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend (nach RL 67/548/EWG) bzw. die Gefahrenklasse Keimzell-Mutagenität, Karzinogenität oder Reproduktionstoxizität (nach CLP) zugeordnet worden ist. Beträgt die Konzentration eines dieser Stoffe mehr als 0,1 Massenprozent, so muss der Lieferant des Erzeugnisses seinem Abnehmer die ihm verfügbaren Informationen zur Verfügung stellen, die für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses ausreichen. Zumindest muss der Lieferant seinem Abnehmer den Stoffnamen mitteilen.

Eine entsprechende Informationspflicht des Lieferanten führte der Artikel 33 Abs. 2 zum 01.06.2007 auch gegenüber Verbrauchern ein. Voraussetzung für das Wirksamwerden dieser Pflicht ist jedoch das Ersuchen eines Verbrauchers beim Lieferanten.

Hinweis:   Scheuen Sie sich als Verbraucher nicht, bei Informationsdefizit beim Lieferanten nachzufragen und auf eine Erklärung zu drängen!  

Als Nachgeschalteter Anwender hat man als Anwender ein Informationsrecht dem Lieferanten der Ausgangsstoffe gegenüber und als Hersteller eines Erzeugnisses eine Informationspflicht dem eigenen Kunden gegenüber.

Informationspflichten gegenüber vorgeschalteten Akteuren der Lieferkette
Als neues Instrument führte Artikel 34 der REACH-Verordnung für Stoffe und Gemische auch eine Informationspflicht von Abnehmern gegenüber ihren Lieferanten ein. Auch diese neue Verpflichtung trat zum 01.06.2007 in Kraft.
Besitzt ein Abnehmer, unabhängig von den betroffenen Verwendungen, neue Informationen über gefährliche Eigenschaften von Stoffen und Gemischen, so muss er diese dem vorgeschalteten Akteur zur Verfügung stellen. Gleiches gilt für
-   identifizierte Verwendungen und
-   Informationen, die die Eignung der im SDB des Lieferanten angegebenen Risikomanagementmaßnahmen infrage stellen können.

Hier werden nicht alle Unternehmen in der Lage sein, dies ohne "fachkundige" Beratung eigenständig durchzuführen.

Der dem Abnehmer vorgeschaltete Akteur kann ein Händler, ein Lieferant, ein Importeur oder der Hersteller des Stoffes sein, je nachdem bei wem der Stoff bestellt und von wem er bezogen wurde. Aber nicht nur der Abnehmer hat diese Informationspflicht nach oben in der Kette, sondern ebenso jeder Akteur in dieser Kette. Mit anderen Worten, der Lieferant ist verpflichtet, diese Information einem möglicherweise vorgeschalteten Händler oder Importeur weiterzuleiten, während diese als nachgeschaltete Akteure verpflichtet sind, diese Information an den Hersteller weiterzuleiten, zumindest an den Hersteller innerhalb der Europäische Union.