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Vorrangige Substititionsprüfung

Die Substitutionsverpflichtung bezieht sich nicht nur auf den Ersatz/Austausch eines Stoffes, sondern schließt auch das angewendete Verfahren ein, sofern das möglich ist.

Als eine der ersten Grundpflichten wird im § 7 Abs. 3 GefStoffV gefordert, dass die Substitution nicht nur vorrangig zu prüfen, sondern auch vorrangig durchzuführen ist. Dieses Bestreben ist sinnvoll, denn durch eine geeignete Substitution lassen sich Vorsorgemaßnahmen möglicherweise deutlich reduzieren:
  ●  Wenn der Austausch eines gefährlichen Stoffes gegen einen ungefährlichen Stoff möglich ist, sind keine sonst erforderlichen,
      gefahrenbedingten Schutzmaßnahmen notwendig, das bedeutet, die technischen und administrativen Verfahrenskosten
      sinken entsprechend.
  ●  Auch in den Fällen, in denen der Austausch nur gegen einen weniger gefährlichen Stoff möglich ist, ist in vielen Fällen auch
      das Maß der Schutzmaßnahmen geringer und die Tätigkeit kann effektiver durchgeführt werden.
  ●  Auch im Falle einer Störung werden die Auswirkungen durch den weniger gefährlichen Stoff geringer sein.

Ganz analog sind die Argumente bei einem Tausch des Verfahrens. Ein oft zitiertes, industrielles Beispiel für eine bewährte Verfahrenssubstitution ist der Wechsel vom Spritz- zum Tauchverfahren bei Lackiervorgängen.

Die Dokumentation der Substitutionsbemühungen ist Teil der Gefährdungsbeurteilung und kann beispielsweise auf einem Formblatt erfolgen, das bei den Mustervorlagen vorgehalten wird.